Schadenfreiheitsklasse übertragen und Rabatte einstreichen
– darauf müssen Sie achten

Endlich ist es so weit! Ihr Nachwuchs wird flügge und streckt Ihnen stolz den eigenen Führerschein entgegen. Doch in vielen Fällen weicht die blanke Freude schnell der Ernüchterung, denn gerade für Fahranfänger ist der Abschluss einer Kfz-Versicherung teuer. Während Ihr Kind bereits sein Sparschwein dahinscheiden sieht, haben Sie die zündende Idee. Sie schenken ihm einfach Ihre Schadenfreiheitsklasse.

Doch lohnt sich das wirklich und wie können Sie überhaupt Ihre Schadenfreiheitsklasse übertragen? Wir klären auf und zeigen Ihnen, welche Vor- und Nachteile der Übertrag für Sie hat.

Wer jahrelang sicher und unfallfrei auf den Straßen unterwegs ist, wird dafür auch von der Versicherung belohnt. Hierfür wurde der Schadenfreiheitsrabatt eingeführt. Für ein unfallfreies Jahr bekommen Sie einen höheren Rabatt und sparen damit aktiv beim Versicherungsbeitrag.

Wenn dann doch einmal ein Missgeschick passiert und Ihre Versicherung als Sicherheitsleine einspringen muss, sinkt der Rabatt und Sie zahlen mehr.

Fahranfänger, aber auch Autofahrer, die häufig die Schadensregulierung durch den Versicherer in Anspruch nehmen müssen, haben nur eine niedrige Schadenfreiheitsklasse und müssen deutlich mehr zahlen. In vielen Familien wird deswegen regelmäßig darüber diskutiert, ob es sich lohnt, beispielsweise die Schadenfreiheitsklasse des Vaters auf die Frau oder das Kind zu übertragen.

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Schadenfreiheitsklasse übertragen: Was steckt eigentlich dahinter?

Bevor wir die Vorteile nennen, möchten wir erst einmal auf die Grundlagen eingehen. Bevor Sie sich nämlich darüber Gedanken machen, ob sich eine Übertragung lohnt, sollten Sie wissen, wie das System funktioniert. Der Schadenfreiheitsklasse begegnen Sie sowohl in der Kfz-Haftpflicht– als auch in der Vollkaskoversicherung.

Die unterschiedlichen Klassen werden bis heute von allen Versicherern genutzt. In der Regel beginnen Fahranfänger mit der Klasse 0. Der höchste Rabatt erwartet Sie bei der SF-Klasse 35. Die Höhe des Schadenfreiheitsrabatts schwankt und hängt von Ihrem Versicherer ab.

Generell gilt aber: Fahren Sie unfallfrei, hüpfen Sie in eine höhere Schadenfreiheitsklasse. Ihr Rabatt steigt, der Versicherungsbeitrag sinkt.

Übrigens fallen nicht nur die Rabatte der Schadenfreiheitsklasse unterschiedlich aus. Bevor Sie eine Schadenfreiheitsklasse auf eine andere Person übertragen, sollten Sie sich darüber informieren, wie die Versicherer nach einer Schadensregulierung vorgehen. Tatsächlich ist es nämlich der Gesellschaft selbst überlassen, in welchem Umfang die Neueinstufung erfolgt.

Je höher die Schadenfreiheitsklasse, desto geringer der Versicherungsbeitrag.
Bei den Kfz-Versicherungen haben sich folgende Rabatte durchgesetzt:

SF-Klasse 0

94%

SF-Klasse 1

57%

SF-Klasse 5

40%

SF-Klasse 10

33%

SF-Klasse 15

30%

SF-Klasse 20

26%

SF-Klasse 25

24%

SF-Klasse 30

21%

SF-Klasse 35

18%

Sonderklassen sorgen oft für höheren Beitrag in der Kfz-Versicherung

Um es noch ein wenig unübersichtlicher zu machen, haben sich die Kfz-Versicherer etwas Besonderes einfallen lassen. Neben den SF-Klassen gibt es sogenannte Sonderklassen. Sie waren als Fahranfänger mit Sicherheit selbst von einer solchen Sonderklasse betroffen. Angegeben werden sie mit 0 oder ½, einige Gesellschaften arbeiten auch mit S und M.

Hier erwartet Sie kein Rabatt, sondern ein Risikoaufschlag. Der Gedanke dahinter ist simpel: Da aufgrund der Fahrweise oder der fehlenden Erfahrung die Wahrscheinlichkeit eines Schadens sehr hoch ist, müssen Sie neben dem Grundbeitrag noch einen Risikoaufschlag zahlen.

Die Sonderklassen sind folgendermaßen gestaltet:

0
SF-Klasse

Jeder Fahranfänger startet normalerweise in dieser Schadenfreiheitsklasse.

½
SF-Klasse

Haben Sie sich als blutiger Anfänger  bewährt, belohnt Sie der Versicherer mit einem Aufstieg von der SF-Klasse 0 in diese. Der Risikoaufschlag sinkt auf rund 100 bis 140 Prozent von ursprünglich 200 bis 260 Prozent.

M
SF-Klasse

Sie waren einmal unaufmerksam und verursachen einen Unfall. Waren Sie bislang in der Klasse 0 oder ½, werden Sie nun in die Malusklasse, kurz SF-Klasse M, zurückgestuft. Der Risikoaufschlag beträgt hier 240 bis 280 Prozent.

S
SF-Klasse

Diese Klasse erwartet Sie, wenn Sie bereits in der SF-Klasse 1 unterwegs waren, dann aber für einen Unfall verantwortlich und zurückgestuft worden sind.

Wenn sich Ihre Einstufung verändert, kann es sich durchaus lohnen, darüber nachzudenken, die Schadenfreiheitsklasse zu übertragen. Generell ist das zwischen engen Verwandten ohne größere Probleme und Einwände möglich. Es gibt aber einige Voraussetzungen, die dafür erfüllt werden müssen.

Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein,
um die Schadenfreiheitsklasse zu übertragen?

Bevor Sie sich Gedanken über mögliche Einsparungen machen, sollten Sie wissen, welche Voraussetzungen Sie für den Übertrag erfüllen müssen.

Zunächst einmal ist ein Übertrag in der Regel nur zwischen Personen mit einem engen Verwandtschaftsverhältnis möglich. Das heißt: Eltern können Ihre SF-Klasse auf die Kinder übertragen.

Gleiches gilt für Eheleute und in der Regel eingetragene Lebenspartnerschaften. Ein Übertrag ist nur möglich, wenn beide Personen Führerscheinbesitzer sind. Aber nicht nur Eltern oder Ehe- bzw. Lebenspartner können die „Prozente“ übertragen – auch Großeltern haben die Möglichkeit, Ihre Enkel zu überraschen.

Auch das Fahrzeug muss gewisse Anforderungen erfüllen. Demnach können Sie problemlos die Schadenfreiheitsklasse übertragen, wenn es sich um zwei Pkw handelt. Ein Übertrag von einem Pkw auf ein Kfz mit über 3,5 Tonnen ist aber nicht möglich. Erkundigen Sie sich hier am besten, welche Fahrzeuggruppen es bei Ihrem Versicherer gibt. Ein Übertrag ist meist problemlos von einer höheren in eine niedrigere Fahrzeuggruppe möglich. Umgekehrt winken die Versicherer aber ab.

Sie können Ihre Schadenfreiheitsklasse auch dann auf ein Familienmitglied übertragen, wenn dieses bei einem anderen Versicherer abgesichert ist.

Übertrag sollte gut überlegt sein

Die Voraussetzungen sind überschaubar und werden sicherlich von vielen Versicherten erfüllt. Trotzdem sollten Sie sich den Übertrag genau überlegen und abwägen, ob sich dies auch auf Dauer lohnt. Immerhin können Sie diesen nicht wieder rückgängig machen. Weiterhin kann davon nicht noch eine Person profitieren.

Wenn einer der Ehepartner verstirbt, ist ebenso eine Übertragung der SF-Klasse möglich. Dies geht recht unkompliziert, wenn der noch lebende Partner das Familienauto und den damit verbundenen Vertrag übernimmt. Hier muss neben dem Antrag auch die Sterbeurkunde eingereicht werden.

Schadenfreiheitsklasse übertragen:
Wie funktioniert das eigentlich?

Die Übertragung der SF-Klasse funktioniert eigentlich recht einfach. Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihren Antrag hierzu immer schriftlich formulieren. Die meisten Versicherer halten hierfür entsprechende Formulare bereit, die Sie ausfüllen müssen.

Für einen erfolgreichen Übertrag müssen Sie einige Fristen berücksichtigen.

Gehen wir von folgendem Beispiel aus: Ihre Frau oder Ihr Mann hat zwar einen Führerschein, doch nutzt diesen nun schon seit mehr als sieben Jahren nicht und ist auch kein Versicherungsnehmer. Natürlich konnte sie/er zwar in der Zeit keinen Unfall verursachen, doch wird ein Schadenfreiheitsrabatt sieben Jahre lang nicht genutzt, verfällt er (bei manchen VR nach 10 Jahren). Ihr Ehepartner hat also keineswegs eine hohe SF-Klasse, sondern wird ähnlich behandelt wie ein Fahranfänger.

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Ist also abzusehen, dass beispielsweise ein Ehepartner oder auch ein Teil der Großeltern nicht mehr fährt oder fahren möchte, sollten Sie möglichst früh den Schadenfreiheitsrabatt übertragen lassen.

Auch beim folgenden Beispiel müssen Sie aufpassen: Bei einem Todesfall wird die Schadenfreiheitsklasse nicht einfach übertragen. Es ist zwar richtig, dass die SF-Klasse mit dem Fahrzeug dadurch weitergegeben wird, da auch die Kfz-Versicherung übertragen wird. Doch um auch die Prozente des Verstorbenen zu übernehmen, ist ein separater Antrag mit einer Kopie der Sterbeurkunde erforderlich. Und hierbei müssen Sie eine Frist beachten. Ab dem Todestag haben Sie in der Regel 12 Monate Zeit. Anschließend ist eine Übertragung nicht mehr möglich.

Achtung: Einige Versicherungsgesellschaften übertragen die Prozente nur, wenn ein verwandtschaftliches Verhältnis zwischen dem Verstorbenen und dem Erbendem besteht.

Achtung!

Bei einem Todesfall wird die Schadenfreiheitsklasse nicht einfach übertragen.

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Kann eine Schadenfreiheitsklasse auch
auf einen Fahranfänger übertragen werden?

Häufig steht der Übertrag der Schadenfreiheitsklasse bei der Kfz-Versicherung vor allem dann zur Debatte, wenn eine Versicherung für einen Fahranfänger gesucht wird. Im ersten Moment scheint das auch sehr lukrativ zu sein.

Doch hier gibt es ein kleines, feines Detail, auf das Sie achten sollten. Zunächst einmal müssen wir betonen, dass Sie einen Übertrag der SF-Klasse auf einen Fahranfänger durchaus vornehmen können.

Dieser darf aber nur so umfangreich sein, wie der Zeitraum, in dem zum Beispiel Ihr Kind über einen eigenen Führerschein verfügt. Das heißt, Ihr Kind kann nur so viele schadenfreie Jahre übernehmen, wie es selbst den Führerschein hat. Deswegen lohnt es sich gerade bei Fahranfängern nicht, wenn die Schadenfreiheitsklasse der Eltern oder Großeltern übertragen wird.

Wann lohnt sich überhaupt ein solcher Übertrag?

Wenn eine Übertragung der SF-Klasse bei Fahranfängern meistens nicht ins Gewicht fällt, drängt sich natürlich die Frage auf, wann dies überhaupt empfehlenswert ist. Tatsächlich gibt es vor allem einzelne Fälle, in denen die Übertragung sehr lohnenswert ist:

Im Sterbefall sollte generell darüber nachgedacht werden, die Schadenfreiheitsklasse zu übertragen, um dadurch den Versicherungsbeitrag zu senken. Das gilt bei Eheleuten ebenso wie bei Großeltern.

Wird ein Zweitwagen aus Kostengründen abgemeldet, ist in der Regel ebenso eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse lukrativ. Hier muss aber unbedingt die Frist eingehalten werden.

Auch wenn das Fahrzeug Ihres Kindes über Sie versichert wurde, kann sich nach einigen Jahren Fahrerfahrung ein Übertrag des Rabatts lohnen.

Was passiert bei einem Versicherungswechsel?

Ist bei Ihnen mal wieder eine Beitragserhöhung eingetrudelt oder wünschen Sie sich mehr Leistung und denken deswegen über einen Wechsel der Kfz-Versicherung nach, steht auch hier die Frage nach dem Übertrag der Schadenfreiheitsklasse im Raum. Grundsätzlich wird der Rabatt in diesem Fall von einer Versicherung auf die andere übertragen.

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Die Vorgehensweise ist sehr einfach und gleicht der bei einem Übertrag auf eine andere Person. Generell wird die Schadenfreiheitsklasse durch den Versicherer erst übertragen, wenn der dortige Vertrag auch wirklich abgelaufen ist.

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Ist ein Übertrag auch bei einem Firmenwagen möglich?

Stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung, ist eine Übertragung unter bestimmten Umständen möglich. Wichtigste Voraussetzung dabei ist, dass der Arbeitgeber einem solchen Übertrag zustimmt.

Ein wenig anders ist es, wenn der jeweilige Schadenfreiheitsrabatt durch Sie in das Unternehmen gebracht wurde. In diesem Fall bleiben Sie nämlich Inhaber der Schadenfreiheitsklasse. Ein Übertrag ist dann auch ohne konkrete Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

Trotz Schadenfreiheitsrabatt lohnt sich ein
Vergleich der Kfz-Versicherung immer

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Sie aufgrund der Schadenfreiheitsklasse von Rabatten profitieren. Da diese zwischen den Versicherern aber unterschiedlich ausfallen, lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich. Nutzen Sie hierfür unseren Service und finden Sie die Kfz-Versicherung, die Ihnen die attraktivsten Konditionen bietet.

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